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Welches Kunstwerk passt in meinen Raum?

16. Aug.
3 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 24. Aug.

Man kann bei der Auswahl eines Bildes mit dem Sofa anfangen.

Wir würden es nicht tun.

Ein Kunstwerk muss nicht die Farbe der Einrichtung wiederholen.

Interessanter wird es oft dort, wo Bild und Raum nicht perfekt aufeinander abgestimmt sind, sondern miteinander etwas anfangen.


Limitierter Fine Art Print von Florian Seidel aus der Serie 12 Houses in einem Wohnraum

Muss Kunst zur Einrichtung passen?

Nein.

Natürlich spielen Farben, Materialien, Architektur und Möbel eine Rolle.

Schließlich hängen Bilder nicht im luftleeren Raum.

Aber ein Kunstwerk muss die Einrichtung nicht bestätigen.

Ein ruhiger Raum kann ein lautes Bild vertragen.

Ein farbiger Raum vielleicht ein sehr reduziertes.

Und ein rotes Bild braucht wirklich kein rotes Sofa.

Interessanter als die Frage „Passt es dazu?“ ist deshalb oft:

Was passiert mit dem Raum, wenn das Bild dort hängt?


Wie finde ich die richtige Größe für ein Kunstwerk?

Hier hilft ausnahmsweise ein bisschen Pragmatismus.

Entscheidend sind Wandfläche, Betrachtungsabstand und die Frage, welche Rolle

das Bild im Raum spielen soll.

Ein großes Werk kann einen Raum bestimmen.

Ein kleineres kann einen Blickpunkt schaffen oder einen stilleren Platz finden.

Wenn man unsicher ist, hilft ein einfacher Test: Die ungefähre Größe mit Papier oder Malerkrepp an der Wand markieren und ein paar Schritte zurückgehen.

Oft merkt man dann ziemlich schnell, ob die gedachte Größe funktioniert.


Unsere Erfahrung: Häufig werden Bilder eher zu klein als zu groß gewählt.

Unsere Fine Art Prints gibt es deshalb in unterschiedlichen Formaten –

von kleineren 40 × 40 cm Editionen bis zu großformatigen Arbeiten.


Sollte ein Kunstwerk auffallen oder sich zurücknehmen?

Beides ist erlaubt.

Ein Bild kann einen Raum sofort verändern.

Es kann aber auch erst nach und nach seine Wirkung entfalten.

Unsere Serien funktionieren darin sehr unterschiedlich.

12 Houses arbeitet mit Architektur, Wiederholung, Farbe und visuellen Systemen.

Fruits for Coco beginnt mit etwas Vertrautem und geht so nah heran, bis daraus beinahe etwas anderes wird.

Neon Kiss arbeitet mit Farbe, Pop und vertrauten Codes, die verschoben und neu zusammengesetzt werden. Farbe wird lauter. Bilder werden abstrakter.

Was davon im eigenen Zuhause funktioniert, ist weniger eine Frage der richtigen Kategorie als der eigenen Reaktion darauf.

Wenn man nach fünf Minuten noch hinsieht, ist das schon mal kein schlechtes Zeichen.


Fine Art Prints von Florian Seidel aus den Serien 12 Houses und Neon Kiss in einer Ausstellung


Muss Kunst über dem Sofa hängen?

Natürlich nicht.

Das Sofa ist nur deshalb so beliebt, weil darüber meistens eine große freie Wand ist.

Interessanter können Stellen sein, an denen man ein Bild nicht automatisch erwartet: neben einer Tür, am Ende eines Flurs, zwischen zwei Fenstern, über einem Sideboard oder an einer kleinen Wand, an der man häufig vorbeikommt.

Auch ein einzelnes kleineres Werk kann dort erstaunlich viel Präsenz entwickeln.

Nicht jede freie Wand braucht ein Bild.

Und nicht jedes Bild braucht die größte freie Wand.


Wie hoch sollte ein Kunstwerk hängen?

Eine universelle Höhe gibt es nicht.

Als Ausgangspunkt kann man die Bildmitte ungefähr auf Augenhöhe setzen.

Entscheidend ist aber immer der Raum.

Über einem Möbelstück entsteht eine andere Beziehung als an einer freien Wand.

In hohen Räumen gelten andere Proportionen als in kleinen.

Und mehrere Werke zusammen funktionieren wieder anders.

Deshalb lieber einmal anhalten, zurücktreten und ansehen, bevor der endgültige

Haken in der Wand steckt.

Augenhöhe ist ein guter Anfang. Hinsehen ist besser.

Auch der Rahmen verändert, wie präsent ein Werk an der Wand wirkt.


Wie weiß ich, ob ich mit einem Kunstwerk lange leben möchte?

Das ist wahrscheinlich die schwierigste Frage.

Der erste Eindruck ist wichtig. Aber nicht immer der interessanteste.

Manche Bilder funktionieren sofort. Andere brauchen Zeit. Man entdeckt etwas, sieht später etwas anderes und irgendwann gehört das Bild ganz selbstverständlich zum Raum.

Deshalb würden wir ein Kunstwerk nicht danach auswählen, ob es möglichst

problemlos zu allem passt.

Sondern danach, ob man Lust hat, es wiederzusehen.

Die bessere Frage ist vielleicht nicht: Passt das Bild in meinen Raum?

Sondern: Möchte ich morgen noch einmal hinsehen?


Sollte ich Kunst online oder im Original auswählen?

Beides kann funktionieren.

Online lassen sich Motive vergleichen, Serien entdecken und unterschiedliche Formate ansehen. Ein Bildschirm kann aber Größe, Papier, Oberfläche und die tatsächliche Wirkung eines Prints im Raum nur begrenzt vermitteln.

Gerade bei Fine Art Prints spielt das Material eine Rolle.

Unsere Editionen werden auf Arches BFK Rives 310 g/m² gedruckt, einem matten Baumwollpapier mit deutlich sichtbarer und fühlbarer Oberfläche.

Was einen Fine Art Print von einem normalen Fotodruck unterscheidet, erklären wir hier ausführlicher: Was ist ein Fine Art Print?

Deshalb zeigen wir unsere Arbeiten möglichst nicht nur als reine Bilddatei, sondern auch gerahmt, als Detail und im Raum.

So bekommt man zumindest eine bessere Vorstellung davon, wie aus einem Bild ein Objekt wird.


Welches Kunstwerk passt in meinen Raum?

Darauf haben wir leider keine Formel.

Und das ist wahrscheinlich ganz gut so.

Man kann über Format, Farbe, Rahmen, Wandfläche und Betrachtungsabstand sprechen.

Am Ende bleibt aber etwas, das sich nur schwer messen lässt:

Man bleibt vor einem Bild stehen.

Man schaut noch einmal hin.

Vielleicht weiß man nicht einmal genau, warum.

Das wäre für uns ein ziemlich guter Anfang.



 
 
 

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