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Wie wählt man Kunst für Büros und Geschäftsräume aus?

  • 17. Aug.
  • 4 Min. Lesezeit

Aktualisiert: vor 9 Stunden

Wir verbringen ziemlich viel Zeit bei der Arbeit.

Das ist für die Kunst an der Wand zunächst eine gute Nachricht.

Allerdings sieht man sie auch ziemlich oft.

Morgens. Im Vorbeigehen. Während eines Gesprächs. Manchmal bewusst,

manchmal überhaupt nicht.


Ein Bild im Arbeitsraum wird Teil des Alltags.

Deshalb sollte es vielleicht mehr können, als beim ersten Blick zu funktionieren.

Es darf präsent sein, ohne permanent Aufmerksamkeit zu verlangen. Und es darf etwas übrig lassen, das man erst später entdeckt.

Bei der Auswahl geht es deshalb nicht nur um das Bild.

Sondern auch um den Raum, die Entfernung, die Architektur und darum,

wie oft und wie lange man einem Werk begegnet.

Man kann lange hinschauen. Man muss aber nicht.


12 Houses – Las Vegas Gold von Florian Seidel als Fine Art Print in einem modernen Arbeitsraum
Neon Kiss – Silhouette CMYK von Florian Seidel. Raumvisualisierung, KI

Was macht gute Kunst für Büros aus?

Kunst im Büro befindet sich in einer besonderen Situation: Menschen begegnen ihr immer wieder.

Bei 12 Houses kann man das gut beobachten. Aus der Entfernung sieht man zunächst Farbe, Raster und grafische Strukturen. Kommt man näher, tauchen Architektur, Fenster, Balkone, Kabel und kleine Verschiebungen auf.

Man muss das alles nicht entdecken.

Aber man kann.

Ein Bild darf auffallen. Es muss nur nicht jeden Tag aufs Neue um Aufmerksamkeit bitten.


Wie wichtig sind Einrichtung und Architektur?

Sehr.

Nur anders, als man vielleicht denkt.

Ein Kunstwerk hängt nicht im luftleeren Raum. Licht, Wandfarbe, Holz, Beton, Glas, Möbel und Architektur verändern seine Wirkung.

Eine reduzierte Kanzlei mit viel Glas stellt andere Fragen als ein Notariat mit dunklem Holz.

Ein offenes Büro funktioniert anders als ein kleiner Besprechungsraum.

Das bedeutet aber nicht, dass Kunst die Einrichtung wiederholen muss.

Ein ruhiger Raum kann Farbe vertragen.

Ein Raum mit vielen visuellen Informationen vielleicht etwas Reduzierteres.

Harmonie ist eine Möglichkeit. Kontrast auch.


Großformatiger Fine Art Print aus Florian Seidels Serie 12 Houses in einem modernen Innenraum
12 Houses – Vienna / Stacked von Florian Seidel. Raumvisualisierung, KI

Was funktioniert in Fluren und Durchgängen?

Flure sind unterschätzte Räume für Kunst.

In einem langen Gang sieht man ein Werk zunächst aus der Entfernung.

Dann kommt man näher.

Schließlich geht man daran vorbei.

In einem engen Flur passiert beinahe das Gegenteil: Man ist einem Bild automatisch sehr nah.

Das kann die Auswahl verändern.

Ein großes Werk braucht deshalb nicht automatisch einen großen Raum.

Und ein langer Flur muss nicht mit vielen kleinen Bildern gefüllt werden.

Mehrere Arbeiten einer Serie können wiederum einen Rhythmus erzeugen, der sich durch einen Gang oder sogar über verschiedene Räume fortsetzt.

Entscheidend ist nicht nur die Wand.

Entscheidend ist auch, wie man sich an ihr vorbeibewegt.


Ein großes Kunstwerk oder mehrere kleinere?

Darauf gibt es keine allgemeine Antwort.

Ein einzelnes großes Werk kann einen Raum sehr klar definieren.

Mehrere Arbeiten können miteinander reagieren und eine Verbindung zwischen unterschiedlichen Bereichen schaffen.

Gerade bei Serien ist das interessant. Die Werke müssen nicht aussehen wie ein Set, um zusammenzugehören.

Bei 12 Houses können beispielsweise unterschiedliche Gebäude, Farben und Strukturen nebeneinanderstehen. Die gemeinsame Bildsprache hält sie zusammen.

Das kann in einem Konferenzbereich genauso funktionieren wie über mehrere Büros oder entlang eines Flurs.


Wie funktioniert Kunst in großen und offenen Büros?

Mit der Größe eines Raums verändern sich die Entfernungen.

Ein Werk wird vielleicht aus zwei Metern betrachtet – und wenige Sekunden später aus zwanzig.

Dazu kommen Menschen, Monitore, Möbel, Glasflächen, Türen, Licht und Bewegung.

Kunst muss in dieser Umgebung nicht versuchen, noch lauter zu sein.

Ein großformatiges Werk kann aus der Entfernung zunächst über Farbe

und Komposition funktionieren.

Beim Näherkommen verändert sich der Blick und Details werden sichtbar.

Dasselbe Bild kann aus zwanzig Metern ein anderes sein als aus zwei.


Welche Kunst funktioniert in Besprechungs- und Konferenzräumen?

Hier bleibt der Blick länger.

Menschen sitzen einem Werk gegenüber, sehen es während eines Gesprächs oder entdecken es in den Momenten dazwischen.

Deshalb muss Kunst in einem Besprechungsraum nicht möglichst neutral sein.

Sie darf etwas Eigenständiges mitbringen.

Ein gutes Bild im Besprechungsraum muss kein Gespräch beginnen.

Aber es darf eines aushalten.

Und manchmal beginnt es eben doch eines.


Muss Kunst in einer Kanzlei oder einem Notariat seriös sein?

Die Kanzlei sollte seriös sein. Beim Bild sind wir uns da nicht so sicher.

Natürlich spielt der Kontext eine Rolle.

Aber Seriosität bedeutet nicht automatisch gedeckte Farben, Zurückhaltung oder möglichst wenig visuelle Reibung.

Gerade ein sehr klarer, präziser Raum kann ein überraschendes Werk vertragen.

Entscheidend ist weniger, ob ein Bild „seriös“ aussieht.

Interessanter ist:

Was fügt es dem Raum hinzu?


Muss Kunst zur Corporate Identity passen?

Ein blaues Logo braucht kein blaues Bild.

Architektur, Einrichtung und Corporate Design erzählen bereits viel über ein Unternehmen.

Kunst darf darauf reagieren. Sie muss es aber nicht illustrieren.

Wenn ein Werk lediglich Farben und Formen des Corporate Designs wiederholt, wird aus Kunst schnell Dekoration.

Interessanter kann sein, wenn sie eine zusätzliche Ebene in den Raum bringt.

Kunst darf zu einem Unternehmen passen, ohne wie das Unternehmen auszusehen.


Wer wählt Kunst für Geschäftsräume aus?

Nicht immer diejenigen, die später täglich davor sitzen.

Bei größeren Projekten sind häufig Innenarchitekten, Architekten, Art Consultants oder andere Planer an der Auswahl beteiligt.

Dann werden neben dem einzelnen Werk andere Fragen wichtig:

Welche Arbeiten lassen sich miteinander kombinieren?

Welche Formate funktionieren auf den vorhandenen Flächen?

Wie wirken sie aus unterschiedlichen Entfernungen?

Kann eine Serie mehrere Räume miteinander verbinden?

Das sind keine rein dekorativen Fragen. Sie betreffen das Verhältnis zwischen

Werk, Raum und Architektur.


Wie findet man Kunst, die auch nach Jahren interessant bleibt?

Garantieren kann das niemand.

Geschmack verändert sich. Räume verändern sich. Menschen auch.

Vielleicht muss ein Werk deshalb gar nicht jeden Tag etwas Neues erzählen.

Es reicht, wenn es nicht beim ersten Blick alles erzählt hat.

Eine Struktur. Eine Wiederholung. Eine Farbe. Ein Detail, das man lange übersehen hat.

Und irgendwann sieht man etwas, das gestern scheinbar noch nicht da war.

Man kann lange hinschauen. Man muss aber nicht.


 
 
 

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